The Assassinator oder Inspiriert von Hollywood

The AssassinatorDa saß ich also unlängst halb gelangweilt vor Netflix, um mir eine Folge einer meiner aktuellen Lieblings-Actionserien anzusehen. Also gelangweilt war ich allgemein, nicht von der Serie, sonst hätte ich ja gleich Rasenmähen können. Ich saß also halb gelangweilt da, als die Szenerie in eine Rückblende wechselte, und ich mich plötzlich überrascht aufrichtete.

Was ist das für ein geiles Licht, schoss es mir durch den Kopf, als der Protagonist – zu diesem Zeitpunkt der Serie angehender Auftragskiller im Dienste der Regierung – in einer Art Verhörszene allein durch die Lichtführung entmenschlicht wurde, um seine Profession zu unterstreichen.

Was soll ich sagen: ich war inspiriert und wollte Fotos in einem ähnlichen Licht-Setting machen. Dazu brauchte es dann vor allem das richtige Model. Stuntactor Joe Tödtling war dankenswerterweise gleich an Bord, als ich ihm vorschlug „böse Fotos“ zu machen.

Also auf zu B. ins Studio, wo ein fettes Galgenstativ steht, mit dem wir hart von oben beleuchten, und die Augen in dunklen Höhlen verschwinden lassen konnten. Im Großen und Ganzen funktionierte das ganze mit dieser einen Lichtquelle bereits. Um den Körper dann noch ein wenig mehr herauszumodellieren gab es zusätzlich eine schmale, langgezogene Softbox, die von weiter hinten von oben nach unten Richtung Schultern blitzte.

Die Hintergründe wurden dann in der Bearbeitung eingefügt.

Model: Joe Tödtling

The Assassinator

The Assassinator

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Meet Lucy oder The Vampires Bride

The Calling

The Calling

Über 10 Jahre musste ich in Graz leben, um den Schlossberg einmal auf der rückwärtigen Seite zu erforschen. Und plötzlich stand ich vor einer bemoosten Treppe, die in einem eleganten Bogen den Gras- und Efeubewachsenen Hang hinaufführte. Sofort hatte ich eine in den meisten alten Dracula-Filmen wiederkehrende Szene in meinem Kopf: eine junge Frau, die in einem weißen Kleid oder Nachthemd nächtens die Treppe in den Schlossgarten hinunterhuscht, wo ihr „Herr und Meister“ auf sie wartet.

Also so schnell wie möglich über einen Kostümfundus ein zur Szenerie passendes Kleid organisiert und mich um ein Model umgeschaut. Beides war mehr oder weniger rasch gefunden – und welch Glück, Kleid wie auch Model hatten die gleiche Größe…

Der Ort selbst ist rundherum dicht bewachsen, was dem gewünschten Bildeindruck zugute kam. Es gibt den alten Spruch: zwischen 11 und 2 hat der Fotograf frei, bei dieser Location haben wir das Shooting aber genau in diese Zeit gelegt, um das zu haben, was man sonst vermeiden will: eine hochstehende Sonne. Perfekterweise war der Himmel leicht bedeckt, so dass wir superweiches Licht hatten (nach Beendigung des Shootings blitzte die Sonne deutlicher durch, und Lichtflecken zerstörten die „Mondschein-Stimmung“).

Um den Hintergrund im Vergleich zum Model noch dunkler zu bekommen, hatte ich B. engagiert, der mit einer Teleskopstange einen Blitz von hoch oben auf die Szenerie richtete. Carina, das Model, verstand auch sofort, was ich wollte und verkörperte die Rolle zwischen Erregung, Furcht und dunkler Faszination auf Anhieb.

Der Rest – also die Bildbearbeitung – war dann relativ unkompliziert. Wie geplant, entstand der prinzipiell gewünschte Bildeindruck schon dadurch, dass der Weißabgleich ins Blaue und die dunklen Mitteltöne und Tiefen noch weiter runter gezogen wurden. Ein wenig Kontraste anpassen, die Augenpartie tw. etwas aufhellen und ein wenig Retusche, aber alles halb so wild. Eine schöne Serie war im Kasten.

Model: Carina Prumetz

Für die Techniker:

  • 35 mm (auf APS-C)
    (die nachfolgenden näheren Aufnahmen mit 135mm)
  • ISO 100
  • F/2.8
    (nachfolgend tw. 2.0)
  • 1/200
  • Aufhellblitz von oben
The Vampires Bride

The Vampires Bride

Doubts

Doubts

Sturmhoehe

Sturmhöhe

 

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Saure Tulpenzeit – oder: Die Vorteile von lichtstarken Festbrennweiten

Summer killed the springtime stars

Summer killed the Springtime Stars

 „Ich brauche keine 35mm-Festbrennweite.“
Peter Brandstätter, Sommer 2014

Ich hatte ja mein 28-75mm f2.8 Standard-Zoom von Tamron, mit dem ich diesen Bereich abzudecken glaubte. Kurz darauf hatte ich bei einer Veranstaltung zu fotografieren, bei der jedoch ein lichtstärkeres Objektiv von Vorteil war. Zum Glück konnte ich auf das Sigma 35mm f1.4 eines Kollegen zurück greifen, und was soll ich sagen:

„Ich BRAUCHE eine 35mm-Festbrennweite!“
Peter Brandstätter, Herbst 2014

Da ich wenn möglich gerne original Canon-Objektive verwende und nicht ganz so tief in den Budgettopf greifen wollte, wurde es schließlich das Canon 35mm f2.0, das ich seit dem nicht mehr missen möchte. Bei Veranstaltungen gibt es mir eine Blende mehr Licht als das oben erwähnte Zoom-Objektiv, und ist dabei gestochen scharf bei Offenblende. Dazu ist es kompakt, leicht und hat einen schnellen Autofokus. Das alles ergibt qualitativ hochwertige Bilder und erlaubt dabei selbst am APS-C-Sensor einen leichten Freistellungseffekt.

Darum ging es mir auch beim vorliegenden Motiv, welches ja eher untypisch für diese Brennweite ist. Aber als ich am Grazer Schlossberg einen Hang mit verblühten Tulpen entdeckte, wollte ich nicht eine typische Makroaufnahme einer Blüte machen, sondern unbedingt mehrere Pflanzen am Bild haben. Und dabei war das 35mm wieder die gewählte Waffe, um bei Offenblende eine der Tulpen freistellen zu können und gleichzeitig ausreichend Hintergrund am Bild zu haben.

Als Vergleich ist ein Bild angefügt, das wenige Tage später entstand und mit 135mm aufgenommen wurde … natürlich weist dabei die Hintergrundunschärfe eine ganz andere „Cremigkeit“ auf …

Für die Techniker:

  • 35 mm bzw. 135mm (auf APS-C)
  • F/2
Rising Tulip I

Rising Tulip I

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Der Magier

Der_Magier_1200So schnell kann es gehen. Gerade erst mein kleines Heimstudio umgebaut und erweitert, und schon einen waschechten Zauberer zu Gast.

Bzgl. Heimstudio: ich stehe auf schlanke und mobile Lösungen und setze für meinen Bedarf auf Systemblitze mit kleinen, faltbaren Softboxen. Zu meinem schon länger im Dienst befindlichen Nissin Di622 Mark II gesellten sich vor kurzem zwei Yongnuo Speedlite YN500EX. Diese können mittels Funkauslöseset komplett von der Kamera aus gesteuert werden, was äußerst praktisch ist. Das ergibt ein leistbares System, das auch zuverlässig arbeitet. Auch in anderen Blogs und Podcasts liest und hört man viel gutes über Yongnuo – bis jetzt kann ich das nur bestätigen. Nachteil: man braucht viiieele Akkus und ein großes Ladegerät ;)

Bei dem Shooting unterstützt wurde ich wieder mal von B. Und da die Vorgabe war, vor weißem Hintergrund zu fotografieren – die Person und Requisiten sollen in weiterer Folge auf Werbematerialen freigestellt einsetzbar sein –, brachte dieser auch noch weiteres Licht mit. Zwei seiner Studioblitze wurden links und rechts hinter meiner weißen Leinwand in Stellung gebracht, feuerten aber nicht direkt auf diese, sondern über die dahinterliegende Wand – das Ergebnis brachte einen sehr zufriedenstellend, gleichmäßig ausgeleuchteten Hintergrund.

Ein interessantes Detail am Rande war, dass sich der dunkelrote Cordstoff als ein ziemlicher „Lichtfresser“ herausstellte. Mit der Beleuchtung musste also laufend jongliert werden. Langweilig wurde uns an diesem Nachmittag also nicht.

Das obige Bild ist mein persönlicher Favorit, ist aber eher untypisch für die Serie, die eher freundlich-skurril angelegt war. Dieses Bild wurde dementsprechend auch etwas stärker bearbeitet; ein wenig gestempelt, ein wenig an den Kontrasten gespielt und die Kurven etwas ins Bläuliche gezogen. Und wie man aus dem bereits Gesagten schließen kann: Der Hintergrund wurde nachträglich eingefügt.

Für die Techniker:

  • 135 mm (auf APS-C)
  • ISO 100
  • F/4
  • 1/200
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Die Leichtigkeit des Seins II

Am Anfang war die Feder… oder so… und die Überlegung, wie man eine solche  in Szene setzen und ihr Leichtigkeit verleihen könne…

Dann der Gedanke an Lippen, die sanft nach oben pusten, und eine Feder, die schon beinahe aus dem Bild  hinaus schwebt. Das Ganze in einem extremen Close-Up. Fast schon abstrakt, so dass man vielleicht zweimal hinschauen muss, um zu erfassen, was einem da aus dem Rahmen entgegenspringt. Dafür durfte die Feder dann natürlich nicht all zu groß sein, ganz im Gegenteil, sehr klein sollte sie sein und eine schöne Farbe aufweisen. An dieser Stelle nochmals Danke an Mel für die Plünderung ihres Wellensittich-Käfiges.

Die Lippen sollten einen ähnlichen Farbton aufweisen, leicht glitzern, vielleicht sogar sanft in einer zweiten Farbe (grünlich!) schimmern. Der Hintergrund: natürlich auch blau, und zwar ein dunkles. Ein dementsprechender Stoff, vielleicht einen halben Meter hinter dem Gesicht, ganz leicht angeblitzt sollte diese Aufgabe meistern (und tat es dann auch).

Nachdem das Licht eingerichtet war (ein recht simpler Aufbau; siehe unten bei den Details), war die Serie rein technisch gesehen kein all zu großes Problem. Schwierig war es eher die Einzelelemente im Überblick zu behalten (Notiz an mich: das nächste mal eine Assistentin engagieren) – die Lippen im sehr engen Bildausschnitt zu behalten, die Feder (auf einem Draht montiert) nicht zu hoch und nicht zu tief zu halten. Meist war ohnehin eher ersteres der Fall: oben am Bild im Makromaßstab sieht es so aus, als hätte die Feder noch recht viel Abstand von den Lippen; in menschlichen Maßstäben musste sie tatsächlich sehr nahe an den Mund heran geführt werden. Und nicht nur die Position, auch der Neigungswinkel wollte ausgiebig erforscht werden.

An dieser Stelle nun Danke an Susanne für´s geduldige Stillliegen und Lippen-Posing.

Herausgekommen ist eine recht schöne Serie. Wobei ich aber an manche Details ein wenig anders herangehen würde, sollte ich sowas (ähnliches) nochmal machen. Mehr dazu, WENN ich es mache.

Das erste Bild der Serie – eines bei der ein wenig mehr Gesichtslandschaft erkennbar ist, und das damit am ersten Blick vielleicht etwas „gefälliger“ und weniger abstrakt wirkt – gibt es übrigens bis Ende März im Grazer Café Erde in der „freien galerie“ zu sehen (gemeinsam mit 7 weiteren Arbeiten unserer Fotogruppe „DSLR Fotografie Graz“). Wobei den Fotografen das Gerücht ereilte, dass man das Bild um 90 Grad verdreht aufgehängt habe. Weiteren Gerüchten zufolge soll es dann am Folgeabend zu Ausschreitungen gekommen sein, als sich der Fotograf durch eine Abwehrmauer von drei KellnerInnen kämpfte, die ihn gewaltsam vom Bild fernhalten wollten. Aber das ganze wollte schließlich „zurecht gerückt“ werden.

Vielleicht war´s aber auch nur so, dass eine Kellnerin während des Hantierens gefragt hat: „Oh, ist das Bild runtergefallen?“ – So genau weiß man das nicht…

Für die Techniker:

  • 105 mm (auf APS-C)
  • ISO 200
  • F/11
  • 1/160
  • 1 Systemblitz mit kleiner Softbox gerade von oben auf Feder/Mund
  • 1 Systemblitz zur leichten Aufhellung des Hintergrunds
Die Leichtigkeit des Seins I

Die Leichtigkeit des Seins I

Die Leichtigkeit des Seins III

Die Leichtigkeit des Seins III

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Neujahrsmorgen

Gräser im Böhmerwald

Gräser im Böhmerwald

Was gibt es Schöneres als einen erfrischenden Spaziergang am Neujahrsmorgen?
Vor allem wenn man bei nicht all zu kalten Temperaturen durch den Schnee am Rande des Nationalparks Böhmerwald stapft…

Überholt von ein paar Langläufern, sprangen mir plötzlich Gräser ins Auge, die durch die dünne Schneedecke stachen. Zuvor überwog noch die Enttäuschung keine Elche zu sehen, aber nun gab es mannigfaltige Motive, und man hätte das Schneefeld stundenlang mit dem Teleobjektiv nach Motiven durchforsten können. Irgendwann lockten dann jedoch heißer Tee, saftiger Schweinsbraten und Knödel ;)

Für die Techniker:

  • 200mm (auf APS-C)
  • ISO 400
  • F/4.5
  • 1/1000
gras_schnee-02_600

Und noch…

... mehr Gräser!

… mehr Gräser!

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Blowing Stars

Merry Christmas
Die Adventszeit ist passenderweise voll mit Lichtern. Also ab in die Stadt um ein paar schöne Portraits zu machen…

Leider sind die meisten der Lichter oft zu hoch angebracht, um sie schön hinter dem Model zu platzieren … in Graz empfiehlt sich z.B. der große Weihnachtsbaum am Hauptplatz, und dankenswerterweise hat ein Gastwirt unweit davon einige kleine Weihnachtsbäume entlang seiner Fassade aufgestellt. Die gefielen mir so sehr, dass es mich dort sogar des öfteren hinzog.

Das beiliegende Foto mit Tanja entstand mit dem New Petzval, das mit Steckblenden arbeitet. In dem Fall war die Blende nicht kreis- sondern sternförmig, was den Lichtern in der Unschärft zu dieser Form verhilft.
Es wurde zudem am Stativ gearbeitet, um mit dem Umgebungslicht auszukommen, der Blitz wurde nur als leichter Aufhellblitz genutzt. Das führte zu relativ langen Belichtungszeiten, die am Stativ kein Problem darstellen, Bewegungen des Models fallen dabei jedoch ins Gewicht. Dafür wurde die vorhandene Lichtstimmung nicht zerstört.

Beim vorliegenden Foto wurde außerdem in der Bildbearbeitung eine zweite Ebene mit Sternen über das Bild gelegt, damit sich auch Lichter vor dem Hauptmotiv befinden.
Anbei noch eine weitere Variante und als Vergleich mit einem herkömmlichen Objektiv mit runder Blende.

Tipp zur Sternblende: Besitzt man nur herkömmliche Objektive kann man versuchen in einer Bastellösung den stern- (oder sonstig-) förmigen Ausschnitt VOR dem Objektiv anzubringen. Bei manchen Optiken soll das ganz gut klappen, bei anderen soll es nur zu unschönen Randabschattungen führen, aber probieren kann man es ja einmal.

Damit wünsche ich ein Frohes Fest und einen guten Start ins Neue Jahr 2015!

Für die Techniker:

  • 85mm (auf APS-C)
  • ISO 800
  • F/4.2 (Sternblende)
  • 1/15
Merry Christmas

Da freut sich jemand auf Weihnachten

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto mit dem 135mm / f2.0

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